Vorräte aufbrauchen: Sauerkraut, Tomatensauce, Pilze, Kekse, Marmelade …

Der Februar ist so ein Monat, wo ich oft wirklich ein wenig „Winterkochmüdigkeit“ verspüre, und so wende ich mich an meine Vorräte und lasse mich von ihnen inspirieren.
Also läuft die Speisenplanung so ab: ich stiefle am Abend in den Vorratskeller, schaue mich um, stelle meine ins Auge gefassten Opfer auf den Arbeitstisch und überlege, was ich damit anfangen könnte. Und das funktioniert super!
Auch wenn tiefgefrorene, eingekochte, getrocknete oder fermentierte Vorräte eine recht lange Lebensdauer haben, so ist eine zu lange Lagerung für die Inhaltstoffe eher nachteilig (naja, fermentiertes sei hier ausgenommen).

Vorraete aufbrauchen 9 | Tatort Küche
selbstgemachtes Kimchi, ein supergesunder Vorrat im Winter!


Trotzdem, auch das Sauerkraut sollte nicht bei der nächsten Ernte noch den Keller bevölkern, und so fange ich mal an, die Gläser zu reduzieren.
Im Tiefkühler findet sich auch einiges, Kräuter, Pilze, Gemüsefond, sogar Bärlauch, und der lässt ja nicht mehr lange auf sich warten! (Juchuuuuu)
Ein paar Beispiele aus den letzten zwei Wochen, ganz simple Alltagsgerichte, möchte ich dir heute vorstellen. Und dich dazu anregen, deine Vorräte rechtzeitig aufzubrauchen und in köstliche Gerichte zu verwandeln.

Sauerkraut Eintopf
Vorräte aufbrauchen: Sauerkraut, Tomatenmark, Tomatensauce, Gemüsebrühe

Vorräte aufbrauchen

Du brauchst für etwa 4 Portionen:
zwei mittelgroße Zwiebeln, in feine Streifen geschnitten
3 Knoblauchzehen, gehackt
1/2 rote Spitzpaprika, in feine Ringe geschnitten (für Mutige darf es auch eine Chilischote sein!)
Rapsöl
1 EL Paprikapulver
2 EL Tomatenmark (selbstgemacht oder aus der Tube)
2 EL Weizenvollkornmehl
500 g Sauerkraut
500 g Kartoffeln, geschält und in 2/2 cm große Stücke geschnitten
ca. 300 ml Gemüsebrühe
150 ml Tomatensauce (selbstgemacht oder Dose)
Salz, Pfeffer, etwas Liebstöckel getrocknet
eine Dose Kichererbsen
2 Handvoll Grünkohlblätter, Strunk entfernt, in sehr feine Streifen geschnitten (auch fein geschnittene Kohlsprossen passen bestens)

Erhitze das Rapsöl und röste Zwiebel, Spitzpaprika und Knoblauch auf mittlerer Hitze, bis alles leicht bräunt. Füge das Paprikapulver und Tomatenmark hinzu und röste es kurz mit. Staube mit dem Weizenmehl, röste auch dieses kurz an.
Nun kommt das Sauerkraut in den Topf, mische nochmal alles gut durch.
Zuletzt fügst du die Kartoffelstücke hinzu und gießt mit der Gemüsebrühe und der Tomatensauce auf.
Würze mit Salz, Pfeffer und Liebstöckel, lege einen Deckel auf und dünste den Eintopf etwa 30 Minuten, bis die Kartoffeln weich sind. Rühre immer wieder mal um, damit sich nichts anlegt.
Wenn die Kartoffeln weich sind, gibst du die Kichererbsen in den Topf und dünstest weitere 5 Minuten.
Zuletzt kommt der fein geschnittene Kohl hinzu, er wird nur mehr untergehoben und kurz mit erwärmt.
Schmecke nochmal ab und stelle das Gericht am Besten mit dem Topf auf den Tisch, so bleibt es heiß und jeder kann sich bedienen.
Am nächsten Tag aufgewärmt, schmeckt es fast noch besser!

Hier findest du eine Anleitung, wie du Sauerktaut als Vorrat selber machen kannst, und ein weiteres Rezept mit Sauerkraut:
Sauerkraut, Weisskraut, Blaukraut, es lebe der Krautkopf!

Vorraete aufbrauchen 3 | Tatort Küche

Gebratener Schwammerlreis
Vorräte aufbrauchen: getrocknete und tiefgefrorene Pilze, ev. auch tiefgefrorene Petersilie

erster Schritt: Pilzgewürz
Wenn du im letzten Jahr erfolgreicher Sammler warst, hast du bestimmt noch irgendwo Vorräte von getrockneten Pilzen (Steinpilze, Totentrompeten, Morcheln …) aufgehoben. Ich bereite mir damit ein höchst aromatisches Pilzgewürz zu, das ich immer schnell zur Hand habe, um Suppen, Reis – oder Nudelgerichte damit aufzupeppen.
Dafür nimmst du dir zwei gute Handvoll der getrockneten Schätze, gibst sie in einen Blitzhacker oder eine elektrische Gewürzmühle, und schaltest die Küchenmaschine nur kurz ein, sodass die Pilze zu groben Flocken zerkleinert, aber nicht zu Pulver vermahlen werden.
Diese Pilzflocken mischst du mit etwas Salz, so wie etwas getrockneter Petersilie oder auch Liebstöckel, je nachdem was du gerne magst. Auch getrockneter Salbei passt sehr gut zu Pilzen.
Nun füllst du alles in ein Gewürzglas, und schon hast du dein herrliches Pilzgewürz fertig.
Letztes Jahr haben mein Mann und ich im Wald gleich bei unserem Dorf eine sehr große Stelle mit wunderschönen, riesigen Totentrompeten gefunden, es war schon Anfang November! Totentrompeten sind getrocknet besonders aromatisch, sie wurden daher sogleich im Dörrofen getrocknet, und danach zu meinem Pilzgewürz verarbeitet.

Vorräte aufbrauchen
Totentrompeten entfalten getrocknet ihr tolles Aroma

zweiter Schritt: gebratener Reis mit Pilzen
du brauchst für 2-3 Portionen:
etwa 200 g rohen Reis
2 gute EL Pilzgewürz
3 EL Butter + 3 EL Olivenöl
eine mittelgroße Zwiebel, gehackt
2 Knoblauchzehen, gehackt (ja der muss fast überall mit rein, aber du kannst ihn natürlich weglassen …)
etwa 500 g blättrig geschnittene, tiefgefrorene Pilze
4 EL gehackte Petersilie, gefroren oder frisch
Pro Portion ein Ei

Vorräte aufbrauchen
Gebratener Reis mit Pilzen

Gib den Reis in ein Sieb und waschen ihn, bis das Wasser klar abfließt. Das entfernt einen großen Anteil der Stärke und verhindert, dass der Reis matschig und klebrig wird. Das brauchen wir für dieses Gericht nicht!
Koche den Reis in 400 ml Wasser unter Zugabe des Pilzgewürzes weich, lockere ihn auf und lasse ihn ohne Deckel ausdampfen.
Erhitze Butter und Öl in einer großen Kasserolle und brate die Zwiebel und den Knoblauch darin an. Achtung, der Knoblauch darf nicht zu dunkel werden!
Füge die Pilze GEFROREN hinzu und dünste sie, bis sie völlig aufgetaut sind, unter ständigem Rühren. Während des Dünstens wird das gesamte Auftauwasser freigesetzt, und du musst so lange dünsten, bis alles verdampft ist. Immer wieder rühren!
Wenn die Pilze anfangen, trocken zu schmoren, würde sie gut mit Salz und Pfeffer, füge den Reis hinzu und röste weiter, bis der Reis anfängt, sich am Boden etwas knusprig anzulegen. Das wendest du dann einige Male, sodass der Reis schön durchgebraten wird.
Beim letzten Wendevorgang mischst du die Petersilie unter. Und zuletzt krönst du den angerichteten Reis mit einem knusprig gebratenen Spiegelei!


Keksreste – Schichtdessert mit Marmelade, Vorräte: Kekse, Marmelade, überreifes Obst

Ich weiß aus Erfahrung, dass sich letzte Weihnachtskeksreste manchmal bis Ostern halten. Bevor das passiert, machst du lieber mein Schichtdessert nach und verbrauchst dabei Vorräte von Keksen und Marmelade.
Und auch eventuell schon etwas überfälliges Obst.
Und bitte, es ist ein Restedessert bzw. ein „Vorräte aufbrauchen Dessert“, genaue Mengen gibts hier nicht.

Nimm zwei Handvoll Kekse und gib sie mit einigen Walnüssen und etwas klein gebrochener Kuvertüre in deinen Standmixer, schalte kurz ein und zerkrümle alles. Du erhältst einen köstlichen Bröselhaufen.
Dann kommen in denselben Mixer: zwei Bananen, möglichst gut gebräunt (also überreif), eine Mango (beides natürlich geschält, und der Mangokern sollte auch weg …)., plus 3 EL Mascarpone, plus 1 EL Leinmehl, das gibt Bindung (Hafermehl geht auch gut). Das alles pürierst du cremig, die Mango dickt dabei gut ein.
Zusätzlich brauchst du noch ein Glas Marmelade, Marillen, Orangen oder Quitten passen besonders gut.
Nun gehts ans Schichten:
Erste Schicht: die leckeren Bröseln
Zweite Schicht: Marmelade
Dritte Schicht: Obstcreme.
Und alles nochmal wiederholen. Oben mit ein paar Bröseln und einem Klecks Marmelade abschließen. Zwei Stunden kühl stellen, losfuttern

Vorraete aufbrauchen 7 | Tatort Küche
Reste Schichtdessert

Liebst du Schichtdesserts so wie ich? Dann schau mal hier nach:
Vanille Schichtdessert aus IKEA FOOD Zutaten

Ich hoffe es war die eine oder andere Anregung für dich dabei, mich erfüllt es jedes Jahr mit Freude und Stolz, wenn ich durch meine selbst hergestellten Vorräte die Küche in den letzten Winterwochen aufpeppen kann. Wenn ich es dann schaffe, trotz des geringen saisonalen Angebotes phantasievoll und gesund zu kochen, ist das der beste Ansporn, auch in diesem Jahr wieder Eichhörnchen zu spielen. Also ran an die Vorräte, und freuen wir uns auf die kommende Gartensaison!

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